Bemerkenswert starkes Gewitter im oberen Mühlviertel am 17. August 2001

Am 17. August 2001 entlud sich eines der heftigsten Gewitter seit mehreren Jahrzehnten im oberen Mühlviertel. Am frühen Abend (ca. 19 Uhr MESZ) konnten die ersten Blitzentladungen im Raum Ulrichsberg (Entfernung etwa 7 km) und nordwestlich davon überm Böhmerwald von Schlägl aus beobachtet werden. Es schien, als ob uns schon während der nächsten halben Stunde das Unwetter erreichen könnte. Überraschend war allerdings, dass die Stärke des Gewitters deutlich nachließ und es den Anschein hatte, als wäre die Aktivität zu Ende. Um 20 Uhr war im Westen nur mehr schwacher Donner zu vernehmen. 30 Minuten später änderte sich die Situation schlagartig: Zahlreiche und gut sichtbare Linienblitze endluden sich jenseits des Mühlrückens im Westen (im Bereich Peilstein und Julbach). Innerhalb weniger Minuten verkürzte sich die Zeit zwischen Aufleuchten des Blitzes und Eintreffen des Donners auf ein paar Sekunden, und schließlich folgten Donnerschläge unmittelbar den Blitzen, und dies fast eineinhalb Stunden lang. Beinahe ununterbrochen war die Landschaft in helles Licht getaucht. Eindrucksvolle und reich verzweigte Linienblitze erreichten vor und hinter dem Horizont den Boden. Mehrere Blitze schlugen innerhalb von 1 km Entfernung zum Beobachter ein; der kürzeste, später noch feststellbare Abstand zu einem Einschlagspunkt lag bei 270 m (2 Bäume weisen deutliche Verwüstungsspuren auf). Um 22 Uhr war das Unwetter über den Böhmerwald in Richtung NE abgezogen, Wetterleuchten zeigte sich aber noch Stunden später. An diesem Tag entluden sich im mitteleuropäischen Raum zahlreiche, teils heftige Gewitter.

 

Die außergewöhnliche Natur des Gewitters äußert sich in der Gesamtzahl der elektrischen Entladungen an diesem Abend. Die ALDIS-Blitzortungskarte mit Entladungen von 18 bis 2 Uhr MESZ verzeichnet 1016 Blitze im weiteren Bereich von Schlägl (Schlägl im Mittelpunkt eines Quadrates von 21 km Seitenlänge). Erkennbar ist, dass die starke Aktivität vorerst nur im Westen aufgetreten ist und die Gewitterzone erst um etwa 20:40 MESZ unser Gemeindegebiet erreicht hat.

 

 

Blitzortungskarte von Aldis  vom 17./18. August 2001, von 18 Uhr bis 2 Uhr MESZ. Die Kartenbreite beträgt 21 km. Während des Zeitraumes entluden sich 1016 Blitze!

 

 

Für die Genehmigung zur Verwendung des Bildes danke ich herzlich Herrn Dr. Gerhard Diendorfer von ALDIS.  © ALDIS


 

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